Wiener begräbnis geschichten

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Aber das ist eigentlich nur logisch: Denn die Wiener lieben das Leben. 10-16 Uhr, 31.12. Neben 1,9 Millionen Menschen leben mehr als 55.000 Hunde in der Stadt und in ca. Auf kaiserliches Geheiss wurden neue Friedhöfe in den damaligen Wiener Vororten angelegt. Der Steinmetz hatte viele Taschentücher, teilnehmende Worte und Hochprozentiges bei der Hand – die Witwe verzichtete auf die in Stein gemeißelte Verdammung.

Budgen ist mit seinem zweiten Buch, trotz des Titels, ein fröhliches Werk gelungen.

Nicht umsonst heißt es: Der Kenner stirbt im Mai. 

Adressen: 

Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof 

Wiener Zentralfriedhof, Tor 2 Haupteingang, unter Aufbahrungshalle 2, Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien, www.bestattungsmuseum.at 

Mo-Fr 9-16.30 Uhr, Sa & So geschlossen (ersten Samstag im Monat von 9:00 bis 16:30 Uhr mit Führung) 

Friedhof der Namenlosen 

Alberner Hafenzufahrtsstraße, östlich des Hafenareals, 1110 Wien, Tel.

+43-660 600 30 23, www.friedhof-der-namenlosen.at 

Friedhof rund um die Uhr zugänglich, Kapelle und Totenkammer nach tel.

In Wien war der Tod schon immer allgegenwärtiger als anderswo. Im Shop beim Haupteingang (2. Zwischen 1908 und 1910 erbaute Max Hegele die wuchtige Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche, ein Pendant zu Otto Wagners Jugendstil-Kirche am Steinhof.

In dem riesigen Komplex mit den vielen Gartenhöfen befinden sich jetzt zahlreiche Institute der Wiener Universität, eine lebhafte, junge Lokalszene und der berühmte „Narrenturm“.

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Monumentale Gräber, verborgene Gruften und Memento Mori an jeder Ecke zeugen von einer fest in der Gesellschaft verankerten Tradition. Kaum woanders scheint er sich „wohler“ zu fühlen als in der alten Kaiserstadt. Der Audioguide bietet zusätzlich zur Führung durch das Museum auch eine Tour über den Wiener Zentralfriedhof.

Eine naturnahe Bestattung ist in den beiden sogenannten Waldfriedhöfen am Zentralfriedhof selbst und auch im Friedhof Feuerhalle Simmering möglich. Der Tote fiel unbemerkt ins Grab, und der Sarg konnte wieder verwendet werden. Das Zentrum der Gruft bildet der mit lebensgroßen Figuren verzierte ausladende Doppelsarkophag von Barockregentin Maria Theresia und ihrem Gatten Franz Stephan von Lothringen.

Außerdem ist dort Asche aus verschiedenen Konzentrationslagern im Gedenken an die Opfer des NS-Regimes bestattet. 

Nach der Eröffnung des Zentralfriedhofs hatten die Vororte-Friedhöfe aus josephinischer Zeit ausgedient. Und in der Krypta der Michaelerkirche kann man tausende Gebeine, einige hundert Särge und wegen der besonderen Luftverhältnisse bestens konservierte Mumien in ebenso gut erhaltenen Kleidern bewundern. 

Narrenturm & Wachsfiguren 

So nah die Beziehung der Wiener zum Tod in den vergangenen Jahrhunderten auch war: Leichen galten als Studienobjekte für Medizinstudenten als tabu.

Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, kann sich (ebenfalls beim Haupteingang / 2. Im selben Gruftraum liegt seit 2008 auch Carl Ludwig, ein Bruder Ottos. 

Schaurig, aber wahr: Nach einem unveränderlichen Ritual wurden die Habsburger-Körper an drei verschiedenen Orten bestattet: Die Herzen kamen ins „Herzgrüfterl“ in der Augustinerkirche, wo sie heute noch 54 silberne Urnen füllen, die in Kupferurnen verschlossenen Eingeweide in die „Herzogsgruft“ der Katakomben des Stephansdoms.

Beim Heurigen kippt die sprichwörtliche Wiener Gemütlichkeit gern in eine abgrundtiefe Todtraurigkeit und der Zentralfriedhof ist auch gleichzeitig eines der größten Naherholungsgebiete der Stadt. Heute erinnert im Märzpark, Schubertpark und Waldmüllerpark nur mehr wenig an vergangene Tage der Stille und Andacht. 

Mozart am romantischen Friedhof St.

Marx und weitere Begräbnisstätten 

Der Friedhof St. Marx hingegen konnte seinen Charakter bewahren. Das Herzstück aber waren die Wachsfiguren, an denen künftige Mediziner anatomische Studien betreiben konnten. Die Namen der Verstorbenen können an einer gemeinsamen Gedenkstätte eingraviert werden – es entfallen somit die Kosten für die Grabgestaltung und -pflege. 

Für die Ewigkeit ist vielen Wienern jedoch nichts zu teuer.