Attentat wien flughafen

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Erst recht Mitte der 80er, als in den Haushalten Zeitungen und vielerorts auch Fernsehen noch schwarz-weiß sind, Polizisten durch die Bank Schnauzbart tragen und der Flughafen Wien gerade mal ein Drittel der heutigen Größe und Kapazität ausmacht. Die tödliche Verletzung (oder die tödlichen Verletzungen; je nach Quelle variiert die Geschichte) passierte bei einer Operation des irakischen Geheimdienstes.

Die irakischen Behörden sprachen damals offiziell von «Selbstmord während eines Polizeiverhörs».

Drei Anschläge in Österreich
In Österreich verübte die Organisation drei Anschläge: Im Mai 1981 ermordete sie den Wiener Stadtrat Heinz Nittel (SPÖ); im August des gleichen Jahres wurden bei einem bewaffneten Angriff auf den jüdischen Stadttempel in der Wiener Innenstadt zwei Menschen getötet.

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Doch eine besondere Herzensangelegenheit ist Kreisky die Nahostpolitik. Drei schwer bewaffnete junge Palästinenser rollten gegen 9.00 Uhr Handgranaten in die Menschenmenge und feuerten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren auf die auf einen Flug nach Tel Aviv (Israel) wartenden Passagiere.

Das Ziel waren Flugpassagiere nach Tel Aviv

Zwei Passagiere – ein Wiener und ein Israeli – wurden bei der wilden Schießerei vor dem Check-In-Schalter der israelischen Fluggesellschaft El Al getötet.

Am wahrscheinlichsten ist aber, dass Abu Nidal die nach dem Synagogen-Attentat inhaftierten zwei Täter und ihren Planungschef freipressen wollte. Da die Einsatzkräfte – nicht ganz vorbereitet auf einen Showdown im Kugelhagel – keine Munition mehr haben, warten diese ab, bis Verstärkung kommt. Abu Nidal starb 2002 in Bagdad, die Todesumstände sind ungeklärt.

Die palästinensische Terrorgruppe Abu Nidal erlangte in Österreich in den 1980er Jahren traurige Bekanntheit.

Kurz zuvor, im Mai 1981, erschossen Abu-Nidal-Aktivisten den Wiener Stadtrat und damaligen Präsidenten der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel (SPÖ).

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Nach dem Krieg kehrt er nach Österreich zurück und legt eine steile politische Karriere hin, als Staatssekretär leistet er sogar einen kleinen Anteil am alles entscheidenden Staatsvertrag 1955.

Kreisky erkennt die Wichtigkeit einer nach außen gewandten Politik, um das wirtschaftliche und politische Überleben des kleinen Österreich zu sichern, und nutzt die geografische Lage direkt am Eisernen Vorhang zum Ausbau diplomatischer Beziehungen mit dem Osten.

Alles, was man damals weiß, ist dass gezielt auf israelische und US-amerikanische Passagiere geschossen wurde. Aber die Täter kommen auch so nicht weit. Chaovali sitzt wegen zusätzlich ausgefasster 19 Jahre aufgrund mehrerer Ausbruchsversuche immer noch in der Justizvollzugsanstalt Stein ein.

In Wien wurde nach den Vorkommnissen am Flughafen Schwechat die Gründung einer speziellen Einsatzgruppe mit höchster Priorität beschlossen und so die Einsatzabteilung Kranich ins Leben gerufen.

Die Einheit war ausschließlich der Sicherung des Flughafens zugeteilt und verfügte für viele Jahre sogar über einen eigenen Radpanzer.

Die eindringlichen Bilder der Zerstörung in der Abflughalle, die Blutlachen und der mittendrin stehende geschmückte Weihnachtsbaum brennen sich in das kollektive Gedächtnis ein. Die anderen beiden Täter, Tawfik Ben Ahmed Chaovali und Mongi Ben Saadaoui, werden festgenommen und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ins Krankenhaus gebracht.

1995 flüchtete er aus der oberösterreichischen Strafanstalt Garsten, wurde jedoch bereits nach zwei Stunden wieder gefasst. Die beiden anderen schwer verletzten Palästinenser, der ebenfalls 25-jährige Tawfik Ben Ahmed Chaovali und der 26-jährige Mongi Ben Saadaoui, gaben auf. Ob tatsächlich Libyen in die Anschläge verwickelt war, oder Gaddafi nur sehr bereitwillig den internationalen Superbösewicht mimte und die Verantwortung für die Taten einer Palästinenser-Terrorgruppe aus dem weitaus mächtigeren Syrien übernahm, bleibt bis heute ungeklärt.

Ganz besondere Abkommen und Spezialeinheiten

Genauso unklar bleiben wohl auch die genauen Gründe, warum Abu Nidal mit drei Männern ausgerechnet in Wien einen antisemitischen Anschlag verüben ließ.

Hinzu kommt die generelle Verschlafenheit des damaligen Wien und seines Flughafens. Sie ziehen sich in Richtung Garage zurück, kapern dort einen Mercedes und fliehen mit Höchstgeschwindigkeit durch die Schranken.


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Die mittlerweile alarmierte Flughafenpolizei nimmt mit Streifenwagen und den El-Al-Securitys die Verfolgung auf.

Die Einsatzkräfte halten heftig dagegen. Gemeinsam wurden sie für einige der schlimmsten Terroranschläge der 80er Jahre verantwortlich gemacht. Die UNO-City entsteht, und abseits der Öffentlichkeit wird Wien nach West-Berlin zur heißesten Drehscheibe für internationale Geheimdienste. Aber die überlebenden Attentäter schweigen vorerst und lassen die Polizei über die Hintergründe im Unklaren.

Dezember 1985, um kurz nach 9 Uhr morgens, stürmen drei schwer bewaffnete Männer die Schalterhalle am Flughafen Schwechat und eröffnen mit ihren Kalashnikovs das Feuer auf die Passagierschlange vor den beiden Schaltern der El-Al, der staatlichen israelischen Fluglinie.